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HaLT im Landkreis Lörrach

 

Verantwortung, Vorbild und eine Kultur des Hinsehens - Das HaLT-Projekt  im Landkreis Lörrach

 

HaLT LogoIm Sommer 2002 machten Ärzte der Kinderklinik Lörrach auf einen problematischen Trend aufmerksam: Immer mehr Teenanger wurden mit einer schweren Alkoholvergiftung in die Klinik eingeliefert. Auffallend war auch der ungewohnt hohe Anteil an Mädchen (30) unter den Einlieferungen. Aufgrund dieser Entwicklungen wurde von der Villa Schöpflin in Zusammenarbeit mit Ärzten, Kommune, Vereinen, Schulen, Schulsozialarbeiterinnen und der Polizei ein breit angelegtes Präventionskonzept entwickelt: Hart am LimiT - HaLT.

 

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit werden einerseits - meist noch in der Klinik - Einzelgespräche und Gruppenangebote für betroffene Jugendliche durchgeführt und ihren Eltern Hilfestellung angeboten, andererseits soll durch einen breiten kommunalen Ansatz systematisch der verantwortungsbewusste Umgang mit Alkohol bei Festen, in Jugendkneipen, im Einzelhandel, Schulveranstaltungen etc. gefördert werden.

 

Fallzahlen Kinder und Jugendliche (12-17 Jahre) 1999-2002 mit Diagnose "Alkoholvergiftung" in der Kinderklinik Lörrach

 

Das HaLT-Projekt in Lörrach bietet folgende Unterstützung:

  • Beratungsangebote für betroffene Kinder und ihre Eltern
  • Gruppenangebot RISIKO-CHECK für Jugendliche (und ihre Freunde) mit riskantem Alkoholkonsum
  • Beratung bei der Planung von Festveranstaltungen (evtl. in Kooperation mit der Polizei)
  • Elternabende
  • Infokampagnen an Tankstellen und im Einzelhandel
  • Schulungen für Auszubildende im Einzelhandel an den Kaufmännischen Schulen Lörrach und Schopfheim
  • Beratung von Schulen, Vereinen und Jugendarbeit zu Möglichkeiten der Alkoholprävention
  • Unterstützung von Gemeinden bei der Umsetzung einer kommunal verankerten Strategie in der Alkoholprävention

Die kommunalen Präventionsmaßnahmen im HaLT-Projekt zielen auf die Verhinderung von Alkoholexzessen und einen bewussteren, unschädlichen und genussorientierten Umgang mit Alkohol in der Gesellschaft. Dies gelingt mit der Sensibilisierung breiter Bevölkerungsgruppen, Verantwortung und Vorbildverhalten von Erwachsenen sowie der Ausschöpfung möglicher Maßnahmen kommunaler Alkoholpolitik. Kennzeichen von HaLT ist die enge Vernetzung einer Vielzahl von Akteuren/innen innerhalb einer Kommune, weit über das System von Suchthilfe und -prävention hinaus.

Das HaLT Projekt in Lörrach wurde vom Bundesgesundheitsministerium als Pilotprojekt gefördert und ab Juli 2004 in einer Modellphase von weiteren neun Bundesländern umgesetzt. Die Prognos AG übernahm dabei die wissenschaftliche Begleitung und Bewertung. Aufgrund der guten Bewertung von HaLT als „effektiv und effizient“ ist die Villa Schöpflin seit Januar 2007 mit der bundesweiten Verbreitung des Projektes beauftragt. Weitere Infos zum HaLT-Bundestransfer und zum HaLT-Projekt finden Sie unter www.halt-projekt.de

 

Zum Abschluss der dreieinhalbjährigen Modellphase in Lörrach treffen sich die wichtigsten Projektpartner/innen in der Villa Schöpflin und ziehen eine rundum positive Bilanz.
 

Für die Finanzierung des HaLT-Projektes wurde im Landkreis Lörrach ein innovatives Gesamkonzept entwickelt, bei dem sich viele Partner gemeinsam engagieren. Der Landkreis trägt im Rahmen der Leistungsvereinbarung gut 50% der Kosten. Die 5 größten Städte im Kreis, Lörrach, Weil am Rhein, Rheinfelden, Schopfheim und Grenzach-Wyhlen, steuern 10 Cent pro Einwohner bei, mit den kleineren Gemeinden wird nach Aufwand abgerechnet. Viele Krankenkassen tragen zwischen 80 und 360 Euro für die Jugendlichen, die bei ihnen versichert sind. Etwa ein Viertel der Gesamtkosten von ca. 64.000 Euro im Jahr trägt die Schöpflin-Stiftung.

Oskar-Kuhn-PreisDas HaLT- Projekt wurde 2005 mit dem Oskar-Kuhn Preis als herausragendes Projekt in der Gesundheitskommunikation ausgezeichnet.  

Kontakt:
Heidi Kuttler
Tel.: 07621/914 909 1
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.  

 

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