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Tom und Lisa - Klassenworkshops

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Tom und Lisa feiern ihren Geburtstag - dieser rote Faden zieht sich für die Schulklassen der Klassenstufen 7 und 8 durch den vierstündigen Workshop zur Alkoholprävention. In einem interaktiven Planspiel sind die Jugendlichen als Geburtstagsgäste beteiligt und lernen spielerisch, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol aussieht und wie in Gefahrensituationen richtig reagiert werden kann. Tom & Lisa ist das erste evaluierte Präventionsangebot für Schulklassen zum Erwerb von Risikokompetenz im Umgang mit Alkohol.

 

Risikoinformationen vermitteln

Moderne Präventionsansätze für Jugendliche zum Thema Alkohol zielen neben der Verhinderung einer Suchtentwicklung  insbesondere auf die Vermittlung von Risikokompetenz und damit auf die Vermeidung akuter alkoholbezogener Probleme. 2011 wurden bundesweit 26.349 Jugendliche mit einer schweren Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Die Zahl derer, die unter Alkoholeinfluss durch Verkehrsunfälle, Stürze oder gewaltsame Übergriffe Schaden nehmen, ist weit höher. Grund für riskanten Alkoholkonsum unter Jugendlichen ist meist altersbedingte Risikobereitschaft, Neugierde, Unerfahrenheit und Gruppendruck, u.a. beim Wettrinken und bei Trinkspielen. An diesen Motiven knüpft der Workshop an. Weil Jugendlichen selbst oft nicht bewusst ist, dass sie mit übermäßigem Alkohol ihrer Gesundheit schaden - oder sogar ihr Leben aufs Spiel setzen.

 

Kompetenzen fördern

Das Programm erreicht Jugendliche in einer Entwicklungsphase, in der sie ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol machen. Ziel ist, frühzeitig  ein Bewusstsein zu schaffen, dass sie sich und anderen mit riskantem Alkoholkonsum schaden können. Aber auch, dass sie es in der Hand haben, Gemeinschaft und Partyspaß ohne Probleme zu erleben. Der Workshop setzt bei den sozialen Kompetenzen und   Ressourcen von Jugendlichen an, denn Studien belegen, dass die Peer-Group nicht nur einen Risiko- sondern auch einen Schutzraum darstellt. Neben Infos zu Wirkung und Gefahren von Alkohol geht es auch darum, die verbreitete Überschätzung des Alkoholkonsums bei Gleichaltrigen zu korrigieren - an der Jugendliche ihr Trinkverhalten orientieren. Der Workshop ermutigt Jungen und Mädchen, gut informiert ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für sich und ihre mitfeiernden Freunde zu übernehmen.

 

Schülerteams in Aktion

Das Programm beinhaltet zwei Module mit jeweils ca. zwei Zeitstunden im Klassenverband, moderiert von einer Präventionsfachkraft. Gespielt wird mit einem großen Spielplan und verschiedenen Auftragskarten, abwechselnd in Teams und in der gesamten Klasse. Die Jugendlichen planen die Party von Tom und Lisa und lernen die gesetzlichen Bestimmungen und - mit Hilfe von Rauschbrillen - die Beeinträchtigungen durch Alkohol kennen. Gemeinsam mit ihrem Team entwickeln sie Ideen für Partyspaß ohne Alkohol. Kommt der Vorschlag gut an und sorgt für gute Stimmung in der Klasse, erhalten sie von den anderen Teams Punkte, ebenso für richtige Antworten auf Quizfragen beim Flaschendrehen. Da sich Alkoholexzesse nie ganz ausschließen lassen, wird auch die Reaktion bei einer schweren Alkoholvergiftung geübt: Einschätzung der Gefahrensituation, Notrufnummer, welche Infos braucht die Rettungsstelle? Der Workshop regt zudem einen Perspektivenwechsel mit den Eltern an, indem die Jugendlichen diskutieren, welche Haltung ihrer Eltern sie sich wünschen und wie sie später als Eltern ihre Kinder im Umgang mit Alkohol erziehen würden. Zum Schluss werden die neuen Informationen, Diskussionsergebnisse und Erfahrungen mit der gesamten Klasse aufbereitet, um gemeinsam eine Party zu planen.

 

Die Eltern mit einbeziehen

Es ist bekannt, dass Familiengespräche eine protektive Wirkung bezüglich frühem und riskantem Alkoholkonsum bei Jugendlichen entfalten. Zwischen den beiden Workshop-Modulen werden die Jugendlichen deshalb gebeten, anhand eines Fragebogens ein „Elterninterview“ zu führen, als Impuls für ein Familiengespräch über die Risiken von Alkohol und die Erwartungen und Wünsche von Jugendlichen und Eltern. Ein Brief an die Eltern im Vorfeld vermittelt Informationen und Erziehungstipps zum Schutz von Kindern und Jugendlichen und kündigt das Eltern-Interview an. Zusätzlich bietet die KKH-Allianz an manchen Schulen einen Sicherheitscheck an, um das Gelernte zu verstärken. Zur Vertiefung erhält die begleitende Lehrkraft Vorschläge für die didaktische Nachbereitung.

 

Die Überprüfung der Effekte

Die Umsetzung der Workshops mit Schülerinnen und Schülern in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Basel (Schweiz) und Elsass (Frankreich) wurde von der Gesellschaft für empirische Beratung mbH Freiburg (GEB) begleitet. In die Auswertung fließen die Antworten von 785 Jugendlichen aus 46 Schulklassen aller Schultypen mit einem fast gleich hohen Anteil von Jungen und Mädchen ein.  94 % sind 13 – 16 Jahre alt, der Schwerpunkt liegt bei den 14- und 15-Jährigen (70%). Die meisten Ergebnisse weisen keine oder kaum länderspezifische Unterschiede auf, dort wo dies der Fall ist, wird es explizit ausgeführt.

 

Ergebnisse und Effekte

1.     70% hat das Programm (sehr) gut gefallen, nur 7% „überhaupt nicht“. 69% bestätigen, dass sie (viel) gelernt haben, 9% sagen, sie haben gar nichts gelernt - wobei es eine enge Korrelation zwischen „gefallen“ und „gelernt“ gibt.

2.     Vor dem Workshop fühlen sich 19% der Schülerinnen und Schüler überhaupt nicht oder wenig über das Thema Alkohol informiert, nach dem Workshop sind es 5%. Dass das Wissen auch objektiv zunimmt, zeigen die folgenden Antworten:

3.     Dass Jugendliche empfindlicher auf Alkohol reagieren als Erwachsene, ist vor dem Workshop 26% von ihnen bekannt, danach 43%.

4.     Eine Frage zum Jugendschutzgesetz (Altersgrenze für einen Cocktail mit einem Schuss Wodka) beantworten vor dem Workshop 22% falsch, danach noch 13%.

5.     Vor dem Workshop überschätzen 54% den Alkoholkonsum von 15-Jährigen, nach dem Workshop sind es  42%. Die Korrektur überzogener Normen soll zukünftig durch eine stärker interaktive Behandlung des Themas weiter verstärkt werden.

6.     Auf die Frage „Was tust du, wenn ein Freund/eine Freundin zu viel Alkohol getrunken hat und nicht mehr reagiert?“ antworten vorher 69% mit „einen Arzt rufen“, danach 82%. Entsprechend sinkt der Anteil derjenigen, die „in Ruhe lassen“ oder „alle 1-2 Stunden nachschauen“ ankreuzen, ein Verhalten, das für stark Betrunkene lebensbedrohlich sein kann.

7.     Der Anteil derer, die nicht zu einem betrunkenen Fahrer ins Auto steigen, erhöht sich von 64% auf 71% - diesem Thema wird bei der Weiterentwicklung des Workshops mehr Raum gegeben, da die Folgen einer Alkoholfahrt katastrophal sein können.

8.     In Deutschland halbiert sich der Anteil der Jugendlichen, die mit ihren Eltern nie über das Thema Alkohol gesprochen haben, beinahe, und zwar von 25,3% vor dem Workshop auf 13,8% danach. Bei der Durchführung des Elterninterviews treten allerdings große länderspezifische Unterschiede auf. Die Erfahrung zeigt: Entscheidend ist, ob die Lehrkraft ihre Klasse nochmals auf diese Aufgabe hinweist. Die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland führte ein Gespräch mit den Eltern (Schweiz 33%, Frankreich 18 %).

 

 

Die Villa Schöpflin bietet den Alkoholpräventionsworkshop „Tom & Lisa“ für Schulklassen der Stufe 7 und 8 an. Anmelden können Sie sich telefonisch unter der Nummer: 07621 / 914909-2.

 

Dank der Förderung durch den Landkreis Lörrach ist dieses Angebot kostenlos. 

 

Der Transfer "Tom & Lisa" in Kooperation mit der Kaufmännischen Krankenkasse KKH ist abgeschlossen

80 interessierte Fachstellen in Deutschland erhielten die Möglichkeit, das von der Villa Schöpflin entwickelte, evaluierte Präventionsprogramm in ihrer Region umzusetzen. Der Transfer von "Tom & Lisa" konnte Ende 2011 mit grossem Erfolg abgeschlossen werden. 

 

Kontakt:

                                          

Daniel Ott                                                          Sonja Pajonck

Tel. 07621 / 914909-5                                    Tel. 07621 / 914909-2

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.          E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.               

 

 

Bundestransfer:

Peter Eichin
Tel.: 07621 / 914909-1
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Alkohol bei Schulveranstaltungen

Auch im Kontext von Klassenfahrten und Schulfesten spielt Alkohol häufig eine Rolle. Die Verhinderung des Rauschtrinkens bei Schulveranstaltungen ist eine wichtige pädagogische Aufgabe: wenn einzelne Schüler/innen sich massiv betrinken, ist von den damit verbundenen Auswirkungen meist die ganze Klassengemeinschaft betroffen. Für Schulen, die ihre Möglichkeiten der Alkoholprävention im Rahmen von Schulveranstaltungen wahrnehmen möchten, haben wir gemeinsam mit Lehrer/innen Schülersprechern, der Regionalen Suchtbeauftragten und der Polizei eine Handreichung für Schulfeste und Klassenfahrten entwickelt (>> pdf zum download)

Gerne unterstützen wir Schulen bei der Planung schöner, erfolgreicher und sicherer Schulfeste und bei der Entwicklung angemessener Rahmenbedingungen.

 

Dank der Förderung durch den Landkreis Lörrach ist dieses Angebot kostenlos.

 

Kontakt:

Sonja Pajonck
Tel. 07621 / 914909-2

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

 

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